Die internationale Handelskammer schätzt den weltweiten Schaden durch Produktpiraterie auf 1,4 Billionen € – pro Jahr. Im Kampf gegen die Fälscher können Hersteller von Markenartikeln durch den Einsatz von Blockchain neue Wege gehen.

Stellen wir uns zum Beispiel den Kauf einer italienischen Designer-Handtasche vor, welche der Partner seit Wochen in Online-Börsen sucht. Der Verkäufer verspricht, dass es sich um ein Original handelt und ein Zertifikat ist in der Artikelbeschreibung erwähnt. Als die Tasche geliefert ist, wird schnell ersichtlich, dass es sich um eine Fälschung handelt. Was folgt sind aufwendige und kostspielige Verfahren, um die Echtheit zu prüfen bzw. die Tasche als Plagiat auszuweisen, um den Kauf im rückabzuwickeln. Falls der Verkäufer noch zu greifen ist.

Wie kann der Schaden für Unternehmen durch Produktpiraterie und für private Konsumenten reduziert werden?

Selbst vermeintlich sichere Industrien, wie der deutsche Maschinen- und Anlagenbau verzeichneten 2016 laut VDMA-Studie einen jährlichen Schaden von 7,3 Milliarden €. Hiervon betroffen sind nahezu alle Produkte neben den bereits angesprochenen Luxusgütern, von Autoteilen bis hin zu Software(-Kopien).

Warum kann in Zeiten der Digitalisierung gerade mit Hilfe der Blockchain-Technologie eine Lösung herbeigeführt werden? Die Technologie ist nicht nur Grundlage für die digitale Währung Bitcoin sondern garantiert hohe Sicherheit im Datenverlauf. Manipulation ist faktisch ausgeschlossen, da sie nicht von einer zentralen Instanz gesteuert wird. Zudem ist es unmöglich, einmal gemachte Einträge wieder zu löschen. Der Datenverlauf ist für alle Nutzer transparent.

Wie könnte eine Blockchain-basierte Lösung aussehen, um die Authentizität von Luxusgütern sicherzustellen? Der Hersteller generiert mit der Produktion der Handtasche ein digitales Echtheitszertifikat, das über kopiersichere Kennzeichen mit der Tasche gekoppelt wird. Zu jeder Tasche gibt es nur ein Zertifikat, das beim Verkauf auf den Kunden registriert wird. In der Blockchain ist der registrierte Besitzer und die Historie der Tasche jederzeit nachvollziehbar. Bei einem Verkauf, egal ob gewerblich oder privat, kann sich der Käufer sicher sein, dass es sich um ein Original handelt.

Eine Smartphone-Applikation kann das digitale Echtheitszertifikat empfangen, verwalten und weitergeben. Die Zertifikate liegen sicher in der Blockchain und mit jeder Transaktion entsteht ein neuer Eintrag, welcher für alle Beteiligten nachvollziehbar ist. Die Anwendung kann Marken- und Produktkategorien-übergreifend Zertifikate verwalten.

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Das Ende der Produktpiraterie?

Der Hersteller bietet seinem Kunden hierdurch nicht nur einen zusätzlichen digitalen Service, er kann auch nachhaltig die Produktpiraterie eindämmen. Dies kann beispielsweise in der Automobilbranche Leben retten. Plagiate von kritischen Teilen, wie etwa Bremsen werden frühzeitig identifiziert und können ausgeschlossen werden. Mittelfristig hat Blockchain das Potential Anwendungen zur zentralen Verwaltung von Echtheitszertifikaten, Besitzurkunden, Fahrzeugbriefen und sonstigen relevanten Dokumenten zu schaffen.

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